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  • Hallo liebe Maria,
    bin gestern dank der frau TV Folge auf deinen Blog aufmerksam geworden und habe gequietscht wie ein Meerschweinchen , weil ich so froh war endlich einmal im Fernsehen etwas über Hochsensibilität zu erfahren 🙂 Zwar weiß ich bereits seit einigen Jahren, dass diese ” Verrücktheit ” ( wie meine Eltern es durchaus nannten ) nichts mit psychischer Erkrankung zu tun hat und genauso lichte wie dunkle Seiten hat, doch die mediale Aufmerksamkeit zu dem Thema ist einfach.. mickrig bis nicht vorhanden.
    Jetzt entdecke ich auch noch, dass Du bereits viele tolle Podcasts aufgenommen und eine liebevolle, feministische Einstellung zum Leben hast – ein wahres Geschenk !

    Ebenso vielen Dank für deine Türöffnung zum Thema Therapieerfahrungen. Ich würde gerne diesen anonymen Raum nutzen, um auch meine Erfahrungen loszuwerden, die jedoch nicht zwangsläufig so positiv verlaufen sind, daher möchte ich vorab eine TRIGGERWARNUNG aussprechen.

    Über schlechte Psychiatrieerfahrungen zu reden ist leider heikel. Menschen, die enorm von Therapien profitiert haben, sind derweil nicht offen sich auch mit der Kehrseite der Medaille auseinanderzusetzen. Daher war ich total erleichtert, dass Du eben auf die verschiedenen Erfahrungen hinweist und betonst, dass diese Individuen nicht abgesprochen werden sollten 🙂

    Da ich bei einem Stiefvater lebte, der mich unentwegt unter Druck gesetzt, bedroht, nach seinen Vorstellungen formen wollte und seinen ganzen Selbsthass an den Kindern rauslassen musste, konnte ich mein Sosein lange Zeit nicht akzeptieren. Als Meister der subtilen Manipulation und der sanktionierten Herrschaft, war ich meinem Stiefvater immer ausgeliefert. Irgendwann ging gar nichts mehr : Schule schwänzen, Selbstverletzendes Verhalten, Essstörung. Meine Mutter und ihr Mann schickten mich in eine vollstationäre Behandlung und gaben alle meine Rechte ( als Minderjährige ) vorne an der Tür ab. Niemand hat je versucht die Wurzel meiner Probleme zu ergründen, meine Eltern wurden stets in Schutz genommen, ich sollte immer nur mit den Symptomen ” aufhören”, um Teil der Leistungsgesellschaft zu werden. Meine Hochsensibilität wurde nicht erkannt. Dafür hat man mich mittels Drohungen ( Entweder nimmst Du die Medis oder gehst die nächsten 6 Wochenenden nicht nach Hause ) dazu gebracht schwerste Medikamente über Jahre hinweg einzunehmen ( Haloperidol, Risperdal, Tavor…), die meinen Verstand, mein Denken, aber auch jegliche positiven wie negativen Gefühle ausschalteten. Ich war nur noch ein Zombie, der nichts vom Leben mitbekam. Hinzu kamen Panikattacken aufgrund des ständigen Eingesperrtseins ( teilweise mehrere Wochen Isolierung in einem dauerhaft bewachten Raum) und anschließender Fixierung ( mit 16 Jahren…), weil ich rumgeschrien und meine Rechte eingefordert hatte. Eigentlich ein Wunder, dass ich heute mitten im Leben stehe, mir Achtsamkeit schenke und für mich selbst sorge.

    Das war ein langer Weg, voller Schmerz, Leid, Erkenntnissen und insbesondere der Befreiung aus der zugewiesenen Unmündigkeit.

    Ich bin froh, dass es Menschen wie Dich gibt, die tolle, hilfreiche Therapieerfahrungen sammeln konnten. Doch ich möchte auch auf die düsteren Seiten eines Psychiatriewesens aufmerksam machen, dass jungen (wie bestimmt auch alten ) Menschen jegliche Rechte nimmt, sie dazu zwingen will einfach zu funktionieren und glaubt mit hochdosierten, die Gehirnchemie verändernden Medikamenten würde alles wieder gut werden.
    Das waren insgesamt 5 Jahre voller Missbrauch. Durch Familie und eben auch der Institution, die mir eigentlich helfen sollte…Puh, hart das so ehrlich niederzuschreiben. Aber es erleichtert auch !

    Jetzt stürze ich mich in deine weiteren Geschichten 🙂
    <3 Sophie